Warum ich auf Dividendenaktien und Wachstumsaktien setze

Warum ich Dividenden, Wachstum und ETFs kombiniere und weshalb eine Strategie für mich nicht nur rechnerisch, sondern auch psychologisch funktionieren muss
Dividenden geben mir laufenden Cashflow und motivieren mich, dauerhaft investiert zu bleiben. Genau deshalb kombiniere ich beide Ansätze.
Warum ich mich nicht zwischen Dividende und Wachstum entscheide
In der Finanz-Community werden immer wieder dieselben Fragen diskutiert: Dividenden oder Wachstum? ETF oder Einzelaktien? Ausschüttend oder thesaurierend?
Mir ist diese Diskussion häufig zu schwarz-weiß. Für mich muss es kein Entweder-oder sein. Ich möchte langfristiges Vermögenswachstum, aber gleichzeitig einen sichtbaren Cashflow, der mich motiviert und meinen Fortschritt greifbar macht.
Warum mich Dividenden so stark motivieren
Ich investiere nicht ausschließlich wegen der Dividende. Aber die Dividende ist einer der Gründe, warum ich dauerhaft motiviert bleibe.
Am Anfang waren es nur wenige Cent und Euro. Mit der Zeit wurden die Zahlungen sichtbarer. Eine Dividende fühlt sich für mich anders an als ein reiner Buchgewinn. Sie zeigt mir unmittelbar: Mein investiertes Kapital generiert laufende Erträge.
Rechnerisch ist eine Dividende kein kostenloses Zusatzgeld. Psychologisch kann sie trotzdem einen großen Unterschied machen.
Gerade in schwachen Börsenphasen können regelmäßige Zahlungen helfen, investiert zu bleiben. Eine Strategie ist schließlich nur dann gut, wenn ich sie auch über viele Jahre durchhalte.
Meine Dividendenentwicklung von 2021 bis 2026
Die Werte stammen aus meinem öffentlichen Parqet-Portfolio. Der Wert für 2026 ist der bisherige Jahresstand und kein abgeschlossenes Jahr.
Mein langfristiges Ziel sind 1.000 € Nettodividende pro Monat. Das ist kein Renditeversprechen, sondern eine persönliche Etappe. Der Aufbau erfolgt Schritt für Schritt.
Die Nachteile von Dividenden
Dividenden haben auch klare Nachteile. Nach Ausschöpfung des Sparer-Pauschbetrags von derzeit 1.000 € pro Person können Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer anfallen. Bei ausländischen Unternehmen kann zusätzlich Quellensteuer relevant sein.
- Ausschüttungen bremsen den Zinseszinseffekt, wenn ich sie nicht vollständig reinvestiere.
- Eine besonders hohe Dividendenrendite kann ein Warnsignal sein.
- Dividenden sind nicht garantiert und können gekürzt oder gestrichen werden.
Diese steuerlichen Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Die konkrete Besteuerung hängt von der persönlichen Situation ab.
Warum ich zusätzlich auf Wachstumsaktien setze
Wachstumsunternehmen reinvestieren einen großen Teil ihres Kapitals, um Umsatz, Gewinn und Marktposition auszubauen. Skalierbare Geschäftsmodelle können dadurch über viele Jahre wachsen und langfristig attraktive Kurschancen bieten.
In meinem Depot befinden sich beispielsweise Amazon, Apple, Meta, Microsoft und NVIDIA. Einige dieser Unternehmen zahlen inzwischen ebenfalls Dividenden. Die Grenzen zwischen Wachstum und Dividende sind also nicht immer eindeutig.
Dividendenwachstum wird häufig unterschätzt
Eine niedrige aktuelle Dividendenrendite macht eine Aktie nicht automatisch uninteressant. Apple, Microsoft, Visa oder Meta zeigen, dass eine geringe Anfangsrendite mit wachsenden Gewinnen und Ausschüttungen einhergehen kann. Historische Steigerungen garantieren allerdings keine künftige Entwicklung.
Warum ich als vergleichsweise junger Anleger Wachstum stärker gewichte
Ich habe voraussichtlich noch einen langen Anlagehorizont und kann stärkere Schwankungen grundsätzlich eher aushalten. Deshalb soll ein Teil meines Depots auf langfristiges Wachstum ausgerichtet sein. Alter allein bestimmt aber keine Strategie: Risikotoleranz, finanzielle Situation, Ziele und Anlagehorizont spielen ebenfalls eine Rolle.
Die Nachteile von Wachstumsaktien
Wachstumsaktien können stark schwanken und hoch bewertet sein. Im Corona-Crash 2020 und bei der Technologiekorrektur während des Zinsanstiegs 2022 wurde sichtbar, wie schnell hohe Erwartungen neu bewertet werden können.
- Hohe Bewertungen lassen wenig Raum für Enttäuschungen.
- Viele Unternehmen zahlen wenig oder keine Dividende.
- Konkurrenz und technologische Veränderungen können Geschäftsmodelle angreifen.
- Starke Kursverluste sind auch bei guten Unternehmen möglich.
Wenn Wachstumswerte stark fallen, wirken laufende Ausschüttungen anderer Positionen auf mich psychologisch beruhigend. Realty Income, Coca-Cola und Allianz sind Beispiele aus meinem aktuellen Depot.
Thesaurierende ETFs und meine Depotaufteilung
Thesaurierende ETFs legen Erträge automatisch wieder an und machen den Zinseszinseffekt bequem nutzbar. Sie sind aber nicht grundsätzlich steuerfrei: In Deutschland können die Vorabpauschale, Steuern beim Verkauf und bei passenden Aktienfonds eine Teilfreistellung relevant sein.
Mein Parqet-Portfolio enthält Einzelaktien und ausschüttende ETFs. Die Einzelwerte reichen von klassischen Dividendenzahlern über REITs bis zu Wachstumsunternehmen. Eine exakte Trennung wäre künstlich, weil viele Firmen mehrere Merkmale gleichzeitig besitzen.
Meine aktuelle Depotübersicht ansehenWarum die Kombination für mich am besten funktioniert
Dividendenorientierter Teil
- laufender Cashflow
- sichtbare Ausschüttungen
- psychologische Motivation
- Steuern auf Ausschüttungen
Wachstumsorientierter Teil
- langfristiger Vermögensaufbau
- Reinvestition in Wachstum
- attraktive Kurschancen
- stärkere Schwankungen
Wachstum soll mein Vermögen langfristig vergrößern. Dividenden geben mir laufenden Cashflow und motivieren mich, dauerhaft investiert zu bleiben. Genau deshalb kombiniere ich beide Ansätze.
Fazit: Die beste Strategie ist die, die ich durchhalte
Vielleicht wäre ein rein thesaurierender ETF auf dem Papier für manche Anleger effizienter. Für mich zählt aber nicht nur die theoretisch beste Strategie. Entscheidend ist, welche Strategie ich auch über 20 oder 30 Jahre konsequent durchhalte.
Jeder Ansatz hat Vor- und Nachteile. Meine Strategie muss zu meinen Zielen und meiner Motivation passen – und sie darf sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln.
Dieser Beitrag beschreibt ausschließlich meine persönliche Meinung und Strategie. Vergangene Entwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft.